ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: Münchner Semiotik (Ausgabe Jahr), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de/texte

– alle Jahres-Ausgaben, nach AutorInnen alphabetisch sortiert –

 

Ausgabe 2016:


Simon Brandl:
Rainer Maria Rilkes Sonett Archaïscher Torso Apollos
im Blickfeld des psychoanalytischen Systems Jacques Lacans
Abstract: Der hier im Ansatz dargestellte dreigliedrige Psychismus Lacans eignet sich auf faszinierende Weise als Paradigma für eine Entschlüsselung von Rilkes Torso-Sonett.Die einzige Bedingung hierfür ist, dass der Apollo-Torso durchgehend mit dem Objekt klein a identifiziert wird. Dieses ist ganz im Sinne der Blechbüchse, die Lacan das Gefühl vermittelte, dass sie ihn anblickte, ein schimmerndes: Der Torso glüht noch wie ein Kandelaber, / in dem sein Schauen nur zurückgeschraubt, / sich hält und glänzt.
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Ausgabe 2015:


Anna-Maria Babin:
LACAN NOW!
Ein Blick auf Jacques Lacan mittels Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW
Abstract: Das Subjekt ist nach Jacques Lacan immer ein relationiertes. Das bedeutet, es kann sich nur über Interaktion mit anderen konstitutieren. Welche Art von anderen, rivalistische klein andere oder übergeordnete groß Andere, hängt von den jeweiligen Subjekten und ihrer gemeinsamen Verbindung ab. Dieser Grundgedanke Lacans wird anhand Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW (1979) näher betrachtet.
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Jan Heidamke:
Der Proceß, als Zeichen gelesen:
Ch.S. Peirces Zeichentriade als hermeneutische Möglichkeit der Durchdringung
komplexer Strukturen in Kafkas Fragmentroman Der Proceß

Abstract: Franz Kafkas Fragmentroman „Der Proceß“ (1914/15) gilt als prototypischer Roman der Moderne und stellt auch heute noch durch seinen schwer zugänglichen Handlungsverlauf zahlreiche Leser vor das Problem der mangelnden hermeneutischen Eindeutigkeit. Im Rahmen dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, sich dem Werk auf eine neue Weise durch die Zeichentriade aus Objekt, Repräsentamen und Interpretant nach Ch.S. Peirce zu nähern und die Funktionslogik des Romans somit unter unkonventionellen Gesichtspunkten semiotisch deutbar zu machen.
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Nina Ort:
Die Macht des Signifikanten in Robbe-Grillets Augenzeuge
Abstract: Die Macht des Signifikanten lässt sich an diesem literarischen Text des Nouveau Roman exemplarisch aufzeigen: Während das Imaginäre den Protagonisten – und mit ihm den Leser – in einen phantasmatischen Strudel zu reißen droht, ist es ein leerer Signifikant in Form einer Zigarettenschachtel, der sein Geschick tatsächlich lenkt und dirigiert.
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Tom Reiss
The only thing we have to fear is fear itself.
Horror as a semiotic medium in Amnesia: The Dark Descent
Abstract: This paper analyzes the semiotic structure of the gameplay in the 2010 video game Amnesia: The Dark Descent, focusing particularly on representations and experiences of horror. The paper furthermore explores the connections between video gaming, horror and the notion of general interactivity in aesthetic experiences and fan cultures.
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Florian Benedikt Schäfer:
Die Figur und ihre Abbilder in Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray
Relation und Interaktion zwischen Original, Doubel und den anderen
Abstract: Der Protagonist Dorian aus Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray wird sich im Text in vielerlei Hinsicht auf merkwürdige Weise selbst gegenübergestellt. Das seltsame Verhältnis zu seinem Bildnis, aber auch die anderen Reflexions- und Identifikationsmomente, die in dem Werk beschrieben sind, werden hauptsächlich anhand Jacques Lacans Theorie analysiert um zu beschreiben, wie die Figur und letztendlich der Roman funktioniert.
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Tobias Martin Schwaiger:
“Three Cameras! And we got nothing!”
Medientechnische Strategien zur Darstellung außersinnlicher Phänomene im Medium Film
Abstract: Der Text analysiert verschiedene Vertreter des zeitgenössischen Horrorfilms in Bezug auf ihre Repräsentation von Besessenheit als Topos des Außersinnlichen. Dabei soll vor allem die Rolle der medialen Rahmung sowie die Relevanz der einzelnen Klassen der zweiten Zeichentrichotomie nach Peirce bezüglich der Darstellung von Undarstellbarem untersucht werden.
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Patrick Thor:
Der fremde (Wort-)Körper im entfremdeten Leib.
Was uns Jacques Lacans Psychosemiologie über unsere Werdung zum objektivierenden Subjekt,
über unsere Psychosen (in G. Grass‘ Die Blechtrommel) und
über unseren Krebs (in C. Schlingensiefs Mea Culpa) sagen kann

Abstract: Die Psychosemiologie Jacques Lacans verbindet die Bildung des menschlichen Subjekts mit einer spezifischen Objektivierung desselben: Es betrachtet sich als zeichenhaft konstituiertes Ob‑Jekt eines Anderen im Selbst. Nur aufgrund dieser inneren Spaltung kann das Subjekt sich als etwas vom All Unterschiedenes symbolisieren und so über sein ›Ich‹ reflektieren. Anschließend an einen Grundlagenteil I, der eine spezifische Interpretation der Lacanschen Theorie des Spiegelstadiums und des daraus resultierenden Subjektmodells vornimmt, illustriert Teil II das psychotische Misslingen der Subjektbildung paradigmatisch anhand von Günther Grass‘ Die Blechtrommel.
Der abschließende Teil III erweitert die psychoanalytische Theorie um den Aspekt der dezidiert physischen Erkrankung. Dieser neue Ansatz wird insbesondere unter Zuhilfenahme von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa als einem Theaterstück über die eigene Krebserkrankung vorgenommen. Denn so wie Lacan speziell in der Sprache Geisteskranker einen direkten Ausdruck des Unbewussten zu finden glaubte, könnte auch gerade die (scheinbar) rein körperliche Erkrankung das (Ent‑)Fremde(‑te) im gespaltenen Subjekt offenbaren.

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