Münchner Semiotik

Zeitschrift des Forschungskolloquiums an der LMU

Kategorie: Theorie

Rainer Maria Rilkes Sonett Archaïscher Torso Apollos
im Blickfeld des psychoanalytischen Systems Jacques Lacans

von Simon Brandl

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Lacans psychoanalytisches System lässt sich in vielerlei Hinsicht als Interpretationsmodell für Rilkes Dinggedichte zur Anwendung bringen. Ein Paradebeispiel stellt hierfür Rilkes Sonett ‚Archaïscher Torso Apollos‘ dar. Die Motive von dinglicher Kunstschönheit, depravierter Ganzheit, dionysischer Lust und lichthaftem Sehen, die hier zur Sprache kommen, korrelieren auf faszinierende Weise mit den Lacanschen Termini von Objekt klein a, Subjektspaltung und Begehren sowie mit Lacans Theorie von Blick und Auge. Grundlegend hierfür ist jeweils das Theorem der Spiegelung, dessen Bedeutung für den ‚Symbolisten‘ Rilke ausgehend von erkenntnistheoretischen Fragestellungen verständlich wird.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2016), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

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Der Proceß, als Zeichen gelesen:
Ch.S. Peirces Zeichentriade als hermeneutische Möglichkeit der Durchdringung komplexer Strukturen in Kafkas Fragmentroman Der Proceß

von Jan Heidamke

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Franz Kafkas Fragmentroman Der Proceß (1914/15) gilt als prototypischer Roman der Moderne und stellt auch heute noch durch seinen schwer zugänglichen Handlungsverlauf zahlreiche Leser vor das Problem der mangelnden hermeneutischen Eindeutigkeit. Im Rahmen dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, sich dem Werk auf eine neue Weise durch die Zeichentriade aus Objekt, Repräsentamen und Interpretant nach Ch.S. Peirce zu nähern und die Funktionslogik des Romans somit unter unkonventionellen Gesichtspunkten semiotisch deutbar zu machen.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

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LACAN NOW!
Ein Blick auf Jacques Lacan mittels Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW

von Anna-Maria Babin

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Das Subjekt ist nach Jacques Lacan immer ein relationiertes. Das bedeutet, es kann sich nur über Interaktion mit anderen konstitutieren. Welche Art von anderen, rivalistische klein andere oder übergeordnete groß Andere, hängt von den jeweiligen Subjekten und ihrer gemeinsamen Verbindung ab. Dieser Grundgedanke Lacans wird anhand Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW (1979) näher betrachtet.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

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Der fremde (Wort‑)Körper im entfremdeten Leib
Was uns Jacques Lacans Psychosemiologie über unsere Werdung zum objektivierenden Subjekt, über unsere Psychosen (in G. Grass‘ Die Blechtrommel) und über unseren Krebs (in C. Schlingensiefs Mea Culpa) sagen kann

von Patrick Thor

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Die Psychosemiologie Jacques Lacans verbindet die Bildung des menschlichen Subjekts mit einer spezifischen Objektivierung desselben: Es betrachtet sich als zeichenhaft konstituiertes Ob‑Jekt eines Anderen im Selbst. Nur aufgrund dieser inneren Spaltung kann das Subjekt sich als etwas vom All Unterschiedenes symbolisieren und so über sein ›Ich‹ reflektieren.
Anschließend an einen Grundlagenteil I, der eine spezifische Interpretation der Lacanschen Theorie des Spiegelstadiums und des daraus resultierenden Subjektmodells vornimmt, illustriert Teil II das psychotische Misslingen der Subjektbildung paradigmatisch anhand von Günther Grass‘ Die Blechtrommel. Der abschließende Teil III erweitert die psychoanalytische Theorie um den Aspekt der dezidiert physischen Erkrankung. Dieser neue Ansatz wird insbesondere unter Zuhilfenahme von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa als einem Theaterstück über die eigene Krebserkrankung vorgenommen. Denn so wie Lacan speziell in der Sprache Geisteskranker einen direkten Ausdruck des Unbewussten zu finden glaubte, könnte auch gerade die (scheinbar) rein körperliche Erkrankung das (Ent‑)Fremde(‑te) im gespaltenen Subjekt offenbaren.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

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Die Macht des Signifikanten in Robbe-Grillets Augenzeuge

von Nina Ort

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Die Macht des Signifikanten lässt sich an diesem literarischen Text des Nouveau Roman exemplarisch aufzeigen: Während das Imaginäre den Protagonisten – und mit ihm den Leser – in einen phantasmatischen Strudel zu reißen droht, ist es ein leerer Signifikant in Form einer Zigarettenschachtel, der sein Geschick tatsächlich lenkt und dirigiert.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

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