Münchner Semiotik

Zeitschrift des Forschungskolloquiums an der LMU

Schlagwort: Jacques Lacan

Rainer Maria Rilkes Sonett Archaïscher Torso Apollos
im Blickfeld des psychoanalytischen Systems Jacques Lacans

von Simon Brandl

Abstract öffnen

Lacans psychoanalytisches System lässt sich in vielerlei Hinsicht als Interpretationsmodell für Rilkes Dinggedichte zur Anwendung bringen. Ein Paradebeispiel stellt hierfür Rilkes Sonett ‚Archaïscher Torso Apollos‘ dar. Die Motive von dinglicher Kunstschönheit, depravierter Ganzheit, dionysischer Lust und lichthaftem Sehen, die hier zur Sprache kommen, korrelieren auf faszinierende Weise mit den Lacanschen Termini von Objekt klein a, Subjektspaltung und Begehren sowie mit Lacans Theorie von Blick und Auge. Grundlegend hierfür ist jeweils das Theorem der Spiegelung, dessen Bedeutung für den ‚Symbolisten‘ Rilke ausgehend von erkenntnistheoretischen Fragestellungen verständlich wird.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2016), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

➤ zum Text (PDF)

LACAN NOW!
Ein Blick auf Jacques Lacan mittels Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW

von Anna-Maria Babin

Abstract öffnen

Das Subjekt ist nach Jacques Lacan immer ein relationiertes. Das bedeutet, es kann sich nur über Interaktion mit anderen konstitutieren. Welche Art von anderen, rivalistische klein andere oder übergeordnete groß Andere, hängt von den jeweiligen Subjekten und ihrer gemeinsamen Verbindung ab. Dieser Grundgedanke Lacans wird anhand Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW (1979) näher betrachtet.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

➤ zum Text (PDF)

Die Figur und ihre Abbilder in Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray
Relation und Interaktion zwischen Original, Doubel und den anderen

von Florian Benedikt Schäfer

Abstract öffnen

Der Protagonist Dorian aus Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray wird sich im Text in vielerlei Hinsicht auf merkwürdige Weise selbst gegenübergestellt. Das seltsame Verhältnis zu seinem Bildnis, aber auch die anderen Reflexions- und Identifikationsmomente, die in dem Werk beschrieben sind, werden hauptsächlich anhand Jacques Lacans Theorie analysiert um zu beschreiben, wie die Figur und letztendlich der Roman funktioniert.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

➤ zum Text (PDF)

Der fremde (Wort‑)Körper im entfremdeten Leib
Was uns Jacques Lacans Psychosemiologie über unsere Werdung zum objektivierenden Subjekt, über unsere Psychosen (in G. Grass‘ Die Blechtrommel) und über unseren Krebs (in C. Schlingensiefs Mea Culpa) sagen kann

von Patrick Thor

Abstract öffnen

Die Psychosemiologie Jacques Lacans verbindet die Bildung des menschlichen Subjekts mit einer spezifischen Objektivierung desselben: Es betrachtet sich als zeichenhaft konstituiertes Ob‑Jekt eines Anderen im Selbst. Nur aufgrund dieser inneren Spaltung kann das Subjekt sich als etwas vom All Unterschiedenes symbolisieren und so über sein ›Ich‹ reflektieren.
Anschließend an einen Grundlagenteil I, der eine spezifische Interpretation der Lacanschen Theorie des Spiegelstadiums und des daraus resultierenden Subjektmodells vornimmt, illustriert Teil II das psychotische Misslingen der Subjektbildung paradigmatisch anhand von Günther Grass‘ Die Blechtrommel. Der abschließende Teil III erweitert die psychoanalytische Theorie um den Aspekt der dezidiert physischen Erkrankung. Dieser neue Ansatz wird insbesondere unter Zuhilfenahme von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa als einem Theaterstück über die eigene Krebserkrankung vorgenommen. Denn so wie Lacan speziell in der Sprache Geisteskranker einen direkten Ausdruck des Unbewussten zu finden glaubte, könnte auch gerade die (scheinbar) rein körperliche Erkrankung das (Ent‑)Fremde(‑te) im gespaltenen Subjekt offenbaren.

ISSN: 2365-0230. Bitte folgendermaßen zitieren:
AutorIn: „Aufsatztitel“. In: MueSem – Münchner Semiotik (Ausgabe 2015), verfügbar unter: www.muenchner–­semiotik.de

➤ zum Text (PDF)

Impressum Intern

© Münchner Semiotik (ISSN: 2365-0230)